Am 12. Februar d. J. verstarb in Haus Salus eine Schwester Unserer Lieben Frau, die viel für die Liebfrauenschule getan hat. Ihre Lebensgeschichte lässt im Rückblick auch erkennen, wie bedeutsam der Orden nicht nur für die Schule in Mülhausen gewesen ist.
Schwester Mechtilde war eine „Spätberufene“, sie war zunächst im kaufmännischen Bereich tätig. Dann traf sie die Entscheidung, in den Orden einzutreten, sie studierte Deutsch und Geschichte und war als Gymnasiallehrerin an der Liebfrauenschule in Vechta tätig. Dort wurden ihre Qualitäten recht schnell erkannt: Sie stieg zur Schulleiterin auf.
1974 ein weiterer Schritt in ihrer Laufbahn: Sie wurde Provinzoberin einer der vier Provinzen des Ordens. Der Orden der Schwestern Unserer Lieben Frau war gegliedert in vier Provinzen: Vechta, Coesfeld, Rheinbach und Mülhausen. Zur Provinz Mülhausen gehörten 380 Schwestern in insgesamt 19 Niederlassungen des Ordens. Und die Chefin dieser Provinz war nun Schwester Mechtilde.
In ihrer Eigenschaft als Provinzoberin war sie auch zuständig für die Liebfrauenschule Mülhausen. Unter ihrer Obhut wuchs die Schule, auch die Personalentscheidungen, die sie traf, trugen dazu bei, dass sich eine moderne, offene Schule entwickelte.
Aber Mechtildes Werdegang war noch nicht zu Ende: Sie wurde in die Welt-Zentrale des Ordens nach Rom berufen, war dort als Generalassistentin die Vertreterin der Generaloberin, d.h. sie war die „zweite Frau“ in einer weltweiten Organisation, der mehrere Tausend Ordensschwestern angehörten.
Sie fand auch in dieser Tätigkeit immer wieder den Weg zurück nach Mülhausen, wenn sie beispielsweise junge koreanische Schwestern durch die Liebfrauenschule führte und ihnen zeigte, wie positiv Orden und Schule seit 1888 den Niederrhein geprägt hatten. Auch uns als Lehrern wurde bewusst, dass auch wir einer weltweit agierenden Oerganisation angehörten.
Schwester Mechtilde kam 2003 zurück vom Tiber an die Niers, wirkte oft als Zeitzeugin in Geschichtsstunden der LFSM und fand die Zeit, die „Geschichte der Maria Regina Provinz“ (also der Provinz Mülhausen) zu schreiben. Dieses wie auch andere Bücher zur Geschichte des Ordens, der lange Zeit die LFSM prägte, sind in der Bibliothek unserer Schule zu finden.
Die Geschichte der Schwestern Unser Lieben Frau ist ein großes Erbe, auf dem wir heute in Mülhausen aufbauen. Schwester Mechtilde war ein Eckpfeiler dieser Geschichte. Wir sind ihr zu großem Dank verpflichtet.
(Theo Rütten)
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