Am 2.1. ging ein weiterer Vertreter der „alten Garde“ von uns. Heinz van Gemmeren starb nach längerer Krankheit.
Van Gemmeren und die Liebfrauenschule, diese Verbindung hat eine historische Dimension: Im 2. Weltkrieg wurde die Schule zum Lazarett umfunktioniert. Der für das Lazarett zuständige Geistliche, Prälat Rudolf Ahlert, regte an, dass sich aus den hier gesund Gepflegten ein Chor bilden könne. Gesagt, getan, ein „Soldatenchor“ entstand und sorgte für ein wenig Freude bei den Kranken. Der Chor kam auch nach dem Krieg jährlich zum Volkstrauertag nach Mülhausen. Einer der Sänger war Theo van Gemmeren, der Vater von Heinz.
So war es kein Wunder, dass im Jahre 1983 Heinz van Gemmeren (zusammen mit Heinz Honig und dem Schreiber dieser Zeilen) seinen Dienst als Studienrat für Englisch und Erdkunde in Mülhausen antrat. Heinz hat sein gesamtes Berufsleben bei uns verbracht.
Er unterrichtete auf allen Ebenen seine zwei Fächer, war oft Klassenlehrer, Beratungslehrer, Organisator von Ausflügen und Studienfahrten.
Aber er war mehr. Heinz war ein „Typ“. Legendär seine Sprüche („Junge Besen kehren gut, aber die alten wissen, wo der Dreck liegt!“) und seine Kritik an der „Obrigkeit“ („Wer in diesem Jahr die Abiturregeln gemacht hat, muss hochgradig voll gewesensein!“)
Heinz war ein Pragmatiker. Er misstraute Autoritäten, die glaubten, sie besäßen die methodische Zauberformel für den Wissenserwerb. Sein Fixpunkt war der einzelne Schüler/die einzelne Schülerin bzw. die einzelne Lerngruppe. Und denen brachte er etwas bei. Kompetent und immer mit einem Augenzwinkern.
Sein Pragmatismus hing auch damit zusammen, dass er aus Krefeld – Oppum kam und dort verwurzelt war. Er spielte Handball beim TV Oppum, später Tennis, er war im Kirchenchor der Gemeinde „Heilige Schutzengel“. Ein „Oppumer Jung“ durch und durch.
Seine Enkelkinder waren sein ganzer Stolz. Versuchte man, die Krefelder Pensionäre der LFSM zusammenzutrommeln, musste Heinz oft passen. „Ich kann zu dem Termin nicht, ich muss babysitten!“.
Wir werden Heinz van Gemmeren nicht vergessen.
(Theo Rütten)
/>